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WNA April 2015 - Aktuelles

6 www.wirtschaft-neckar-alb.de | Aktuelles Neu ist das nicht. Das älteste doku- mentierte Crowdfunding-Projekt kennt jedes Kind: Die Freiheitssta- tue. Genau genommen war es nur der Sockel, der so finanziert wurde. Trotzdem: Das Kollektiv zahlte, ge- gen einen Abdruck der generösen Spender in der New York Times. Die Investoren, die in die Rotten- burger Firma Ledora Geld steckten, erwarten ein wenig mehr als wohl- tätiges Prestige. „Bei einem Inves- titionszeitraum von vier bis acht Jahren erhielten die Crowdinvesto- ren einen festen Zinssatz von sechs Prozent jährlich, zudem wurden sie mit 30 Prozent am Gewinn betei- ligt“, erklärt Harald Twardawski, ei- ner der beiden Geschäftsführer von Ledora die Bedingungen des letzten Crowdfundings, mit dem Kapazi- täten im Bereich der Maschinen, Mitarbeiter und Eigenvertrieb aus- gebaut wurden. Zwei Mal rief der LED-Hersteller und Entwickler im vergangenen Jahr zum Funding auf, extrem erfolgreich. In der ersten Runde wurden 700.000 Euro in nur vier Tagen von über 660 Investoren ge- sammelt, in einer zweiten Runde sogar 1.000.000 Euro. „Wir haben eine gute Performance“, lautet die schlichte Antwort Twardawskis auf die umwerfende Resonanz des Auf- rufs, „wir haben ein super Produkt und Energie ist ein Thema, das viele interessiert.“ Klar, LED-Beleuch- tung gilt als das Licht der Zukunft, effektiv und nachhaltig. Vom Ku- chen will jeder frühzeitig etwas ab- haben. Aber ein gutes Thema reicht für ein aussichtsreiches Crwodfun- ding nicht. Bloggen, posten, twit- tern: Eine gute Darstellung im Netz ist ebenso entscheidend. „Wir dreh- ten Imagefilme und führten Inves- toren durch die Firma, zeigten, was bereits entstanden ist und was noch werden soll.“ Risikokapital 2012 gründeten Harald Twardaw- ski und Thomas Fuchs den Leuch- tenhersteller, der auf „Made in Ger- many“ setzt und sich so gegen die Konkurrenz aus Fernost behaupten will. „Für Gründer ist es oft schwer, finanzielle Mittel zu erhalten“, spricht der Betriebswirt aus Er- fahrung, „Crowdfunding ist für je- den, der mit seinem Unternehmen bereits ein Jahr am Markt ist.“ Da Wer die Ideen hat, dem fehlt oft die Knete. Online-Plattformen bringen sie zusammen: Start-ups, Projekte und Innovationen mit dem lieben Geld. Geld vom Schwarm „Das Feuer muss brennen“ Crowdinvestment Risikokapital ist, müssen die Geldgeber überzeugt sein. „Die Chancen stehen 50/50, dass sich das Investment lohnt“, prognostiziert Twardawaski, „Das Feuer muss brennen für das Thema, auf beiden Seiten. Schließlich ist es eine Investition in eine Fantasie.“ Der Schwarm finanziert’s Nachhaltigkeit hat sich auch die Earthback GmbH in Winterlin- gen auf die Fahnen geschrieben. Das junge Unternehmen vernetzt Designer und Kunden. Auf einer Plattform können grüne Mode- projekte vorgestellt werden, die der Schwarm finanzieren soll. Gelingt das Funding, werden die Ideenge- ber weiter unterstützt: Von der Su- che geeigneter Produzenten bis hin zum Marketing. Von innen und außen schön „Wir wollen etablierten Textilern zeigen, dass es auch anders geht, von innen und außen schön: fair, sozial und ökologisch“, sagt Bas- tian Baumann, Gründer und Ge- schäftsführer des „Stylefunding“- Unternehmens, wie die schöne Wortschöpfung lautet. Anders als Foto:lessnik-Fotolia.com

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