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WNA April 2015 - Erste Seite

Wirtschaft Neckar-Alb | April 2015 Erste Seite 3 1 2 WNA: Fast eine Million Männer leben in Baden-Württemberg zusammen mit ihren minderjährigen Kindern in einem Haushalt. Die meisten jungen Männer möchten eine Familie gründen. Welche Voraussetzungen müs- sen erfüllt sein, um diesen Schritt zu gehen? Lipinski: Wesentliche Voraussetzungen für eine Familiengründung sind für jun- ge Männer eine verbindliche Partnerschaft, ein gemeinsamer Kinderwunsch mit ihrer Partnerin und die persönliche Reife für die Elternschaft. Außerdem sollte das Einkommen ausreichen, um eine Familie zu ernähren und der Arbeitsplatz gesichert sein. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Ge- rade die letzten beiden Bedingungen führen dazu, dass die Familiengründung letztlich deutlich später im Lebensverlauf realisiert wird, als das ursprünglich geplant war. WNA: Das Rollenverständnis der Väter hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. War der Vater früher der Ernährer und das Fami- lienoberhaupt, lebt er heute in einer gleichgestellten Partnerschaft und kümmert sich im gleichen Maß um das Kind. Stimmt das? Lipinski: Nach der Familiengründung kommt es in vielen Partnerschaften, in denen vorher die Arbeitsteilung eher gleich verteilt war, wieder zu einer traditio- nellen Rollenverteilung. Aus Ergebnissen einer Studie des Bundesfamilienminis- teriums wissen wir, dass knapp jeder zehnte Vater Aufgaben rund um das Kind in gleichem Maße wie die Partnerin oder überwiegend selbst übernimmt. Über ein Drittel der Väter sehen dagegen traditionell die primäre Zuständigkeit für die Kinder bei der Mutter. Zwischen diesen beiden Polen befinden sich mit rund 57 Prozent partizipierende, helfende Väter, die in festgelegten Abläufen bestimmte Aufgaben in der Familie übernehmen. WNA: Bekommen Väter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut hin? Lipinski: Fast zwei Drittel der Väter gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach eigener Einschätzung nicht gut. Väter haben im Durchschnitt eine deutlich längere wöchentliche Arbeitszeit als kinderlose Männer. Drei Viertel der Väter geben an, dass ihre reale Arbeitszeit über der Stundenzahl liegt, die ihrem Ideal entspricht. Die größte Entlastung würde für Väter von Modifikationen ihrer Arbeitszeit ausgehen, sei es Arbeitszeitreduktion oder die Flexibilisierung von Ar- beitszeiten oder Arbeitsort. Diplom-Soziologin Heike Lipinski (47) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der FamilienForschung Baden-Würt- temberg im Statistischen Landesamt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Lebensformen, Work-Life-Balance und Inklusion. 3Fragen zu ...??? jungen Vätern

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