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WNA April 2015

Wirtschaft Neckar-Alb | April 2015 13Aktuelles | KULTUR-STENO +++ Musik: Strawbs (UK) – 17. April – Kulturverein Glems +++ Ausstellung: „Heimspiel. Reutlinger Künstler“ – bis 19. April – Städtische Galerie Reutlingen +++ Comedy: Dieter Nuhr „Nuhr ein Traum“ – 23. April – Stadthalle Reutlingen +++ Kabarett: Stefan Waghubinger „Außergewöhnliche Belastungen“ – 23. April – Kino Waldhorn Rot- tenburg +++ Schauspiel: „Faust“ – 23. April – Zollern-Alb-Halle Albstadt +++ Musik: Levellers (UK) – 24. April – franz.K Reutlingen +++ Musik: Weiherer – 29. April – Kino Löwen Tübingen +++ Kabarett: Werner Koczwara „Einer flog übers Ordnungsamt“ – 30. April – Kino Waldhorn Rottenburg +++ Cinelatino Wer zuletzt lacht Mal ehrlich: Deutsche Auswanderer in Südamerika – da denkt man doch unweigerlich an Nazis. An Mengele, Eichmann. Oder etwa nicht? Letzten Endes wurden seit Kriegsende gerade mal sechs NS-Verbrecher gefasst und verurteilt. Das lässt Spielraum. Jeden- falls für Jacob Kaplan. Der Rentner und polnische Jude hat in Montevideo eigentlich das Leben eines Normalos geführt. Nichts Außergewöhnliches geleistet. Kaum Groll entwickelt. Aber jetzt, wo der Führerschein weg ist und die Kinder ihm einen Chauffeur an die Seite stellen, sieht Kaplan im älteren Deutschen, der die Strandbar betreibt, das große Thema: einen angeblich un- tergetauchten Nazi-Schergen. Und sich selbst auf einer Mission. Kidnapping in- klusive. Was nach Rachefilm klingt, ist eine kleine leichte schwarze Komödie. Bei dem Kontext schon eine Leistung. Álvaro Brechners „Senor Kaplan“ (Bild) erzähltvoneinemgreisenDonQuixote, der eine Art späten Widerstand übt und dabei ausgerechnet nach dem deutsch- protestantischen Ethos „Du-musst- was-aus-deinem-Leben-machen“ ver- fährt. Der für den Oscar nominierte Streifen läuft beim diesjährigen Film- festival „Cinelatino“ (15. bis 22. April im Kino Museum Tübingen und Kino Waldhorn Rottenburg) als Abschluss- film. Zuvor gibt es auch reichlich Per- spektivwechsel: Einen eigenen Weg zu einem glücklichen Leben zu finden oder sein bisheriges umkrempeln (auch unfreiwillig) – es zieht sich heuer durch viele Beiträge. Sehenswert ist nicht nur in diesem Zusammenhang das Biopic „Olho nu“ (Nacktes Auge) über den brasilianischen Sänger Ney Matogros- so. Der Countertenor war in den 70ern ein genialer Paradiesvogel, gegen den selbst Lady Gaga heute blass aussehen würde. Die Doku zeigt bisher unbe- kanntes Archivmaterial und blickt hin- ter die Maske aus Glitzer und Pailetten.

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