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WNA April 2015

www.wirtschaft-neckar-alb.de KULTUR-STENO +++Schauspiel: „Loriots dramatische Werke“ – 5. April –Stadthalle Balingen +++ Musik: Albert Lee & Hogan’s He- roes – 6. April – Kulturverein Glems +++ Schauspiel: „Krabat“ – ab 11. April – LTT +++ Musik: Stan Webb’s Chicken Shack (UK) – 12. April – Kulturverein Glems +++ Schauspiel: „Amerika“ – ab 12. April – Zimmertheater Tübingen +++ Lesebühne: Peer Steinbrück „Vertagte Zukunft – Die selbstzufriedene Republik“ – 13. April – Osiander Reut- lingen +++ Musik: Gismo Graf Trio & Tim Kliphuis – 16. April – Sudhaus Tübingen +++ Musik: Mockemalör – 16. April – Kino Atelier Tübingen +++ Musik: Los Paperboys (CAN) – 17. April – Wimsener Kulturmühle +++ The Bad Plus Schall und Wahn  Seit „Breaking Bad“ dürfen Che- miker böse unterhaltsam sein. Für manche Jazzer gilt das längst. The Bad Plus jubeln dem Mainstream harte Stoffe unter. Und kommen prima damit durch. Suchtgefahr. WasderFamilienvaterundChemiker Walter White in der Serie „Breaking Bad“ mit seinem technischen Kön- nen alles anstellt, ist eigentlich nur schwer vermittelbar. Dennoch ist dieAmbivalenzderFigurderRenner. Über The Bad Plus kann man Ähn- liches sagen. Sie spielen Jazz. Und entsprechen dem viel strapazierten Attribut „Ausnahme“. Wo viele Kol- legen gerne den Normalhörer elitär ausgrenzen oder ihn mit flachem Häppchen-Jazz einlullen, setzt das Trio aus Minneapolis auf emoti- onale Power und schnörkellosen Humor – ohne Beipackzettel. Das Magazin „New Yorker“ bezeichnete sie deshalb schon als Coen-Brüder des Jazz. Tatsächlich sind sie eine verdammt gute Einstiegsband: Pul- sierend, roh, schillernd, unheimlich tight, zielstrebig. Man kriegt einfach Lust auf das Schräge, weil es nicht allzu sehr anstrengt. Ihr Rezept äh- nelt dabei der Strategie eines Dro- gendealers: den Hörer anlocken, anfüttern, die Dosis erhöhen. Dass Coverversionen dafür die Grundla- ge bilden, ist nicht unbedingt neu. Aber die Mischung macht’s. Populä- res wie Nirvana oder die Bee Gees, Progressives von György Ligeti bis Aphex Twin wird nicht einfach ein- gejazzt oder dekonstruiert. Es rockt. Alles hat Struktur, verliert sich nicht in virtuosem Gedudel, wird nicht ba- nal. Das aktuelle Programm basiert auf Ornette Colemans Platte „Sci- ence Fiction“ von 1972. Free-Jazz also, Avantgarde! Die drei schleifen die Kanten nicht ab, sondern ent- wickeln gerade aus diesen ihren Rock-Appeal. How mean! Was Jazz, was Rock davon haben? Vermut- lich nichts. Aber es kommt gut. Vor allem live. Am 10. April, Sudhaus Tübingen. Fotos:CameronWittig,PR

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