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WNA_10-13

16 www.wirtschaft-neckar-alb.de | Im Gespräch WNA: Warum ist die Wahl auf He- chingen gefallen? Stöhr: Zum einen war es der Hei- matbonus. Ich bin ja in Hechingen aufgewachsen und zur Schule gegan- gen. Dann gab es auch noch profane Gründe, zum Beispiel die Logistik. Vom Flughafen aus nach Ludwigs- burg steht man ewig auf der Auto- bahn im Stau. Wir haben straf- fe Drehpläne. In Hechingen ist man viel schnel- ler. Und so schön es auch in Ludwigsburg und dem Zabergäu ist, mit der Schwäbischen Alb und dem Killertal können sie nicht mithalten. WNA: Die Autos der Familie Bo- genschütz haben ein HCH-Kenn- zeichen. War das als Provokation gedacht, um zu zeigen, wir sind je- mand, oder ein witziges Extra? Stöhr: Wir müssen nichts beweisen. Wir sind schon wer. Es ist ja auch er- staunlich, wie viele Weltmarktführer in der Provinz sitzen. Und dann gibt es natürlich auch immer noch die Diskussion mit den Balingern. Die Hechinger haben das Kennzeichen der Balinger nie so gerne gehabt. Außerdem sieht der Porsche im Film mit dem HCH-Kennzeichen auch einfach gut aus (lacht). WNA: Sie sind in Hechingen aufge- wachsen. Hat Sie die schwäbische Provinz geprägt? Stöhr: Ja klar. Vor allem die Sprache hat mich geprägt. Ich lebe jetzt bald 20 Jahre in Berlin und wechsle immer zwischen den Dialekten hin und her. WNA: Sie haben Ihr Schwäbisch nie versteckt? Stöhr: Das will ich auch gar nicht. Schwäbisch ist eine sehr reiche, inte- ressante Sprache, die ich auch gerne spreche. WNA: Von Hechingen aus sind Sie dann in die weite Welt hinausgezo- gen, um Filmemacher zu werden? Stöhr: Ich bin zunächst nach Passau gegangen, um Jura zu studieren. Ich habe mich aber schon immer fürs Schreiben und für Filme interessiert. Das Interesse war so stark, dass ich die Aufnahmeprüfung für die Berliner Filmhochschule gemacht habe und ge- nommen worden bin. Jetzt mache ich Filme und lebe in Berlin. WNA: Ist Berlin die Stadt für Film- schaffende? Stöhr: Ja, aber auch in Baden-Würt- temberg tut sich einiges. Es gibt die Filmakademie in Ludwigsburg, wo ich auch als Gastdozent tätig bin. Gegen die traditionellen Filmlandschaften in Bayern und Berlin-Potsdam ist es schwierig. Die Bayern zum Beispiel drehen viel Mundart. Das kommt dort gut an. So was brauchen wir auch in Baden-Württemberg. Aber natürlich mit eigenen Geschichten. WNA: Wann wissen Sie: Der Film kommt an? Stöhr: Wenn die Kinozahlen stim- men. Wir sind natürlich kein Holly- wood-Blockbuster. Die gehen mit 700 Kopien und einem riesigen Werbe- budget an den Start. Wir kommen mit 100 Kopien in die Kinos. Außerdem können wir nicht die ganze Stadt voll plakatieren. Wir sind auf Mund-zu- Mund-Propaganda und die Medien angewiesen. Da wären wir wieder beim Thema David gegen Goliath. WNA: Sie haben das Drehbuch ge- schrieben und sind Regisseur. Wer kritisiert Sie auch mal? Stöhr: Ein Drehbuch ist kompliziert, alles muss stimmen. Ich ziehe einen roten Faden und nehme eine Haltung ein, aber natürlich habe ich Leute, die mir Feedback geben. Meine Arbeit be- deutet auch viel Teamwork. „Wir müssen nichts beweisen. Wir sind schon wer.“ Besuch der Burg Hohenzollern: Wirtschaftsvertreter aus China wollen Michael Bogenschütz die Firma abkaufen. Hinten rechts hat sich Regisseur Han- nes Stöhr ins Bild gemogelt.

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