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WNA_10-13

www.wirtschaft-neckar-alb.de KULTUR-STENO +++ Schauspiel: „König von Deutschland“ – ab 3. Oktober – Theater Tonne Reutlingen +++ Musik: Hattler – 5. Oktober – Kulturverein Glems +++ Comedy: Otto Waalkes „Geboren um zu blödeln“ – 8. Oktober – Stadthalle Reutlingen +++ Kabarett: Matthias Deutschmann „Solo“ – 9. Oktober – Kino Waldhorn Rottenburg +++ Schau- spiel: „Neues von den Nibelungen“ – ab 11. Oktober – LTT +++ Musik: Roberto Santamaria (CUB) – 11. Oktober – Daylight-Loft-Studios Unterhausen +++ Lesebühne: Ulrich Tukur „Die Spieluhr“ – 12. Oktober – Osiander Reutlingen +++ Comedy: Hanni & Fanni „Do semmer“ – 18. Oktober – Thalia Theater Albstadt +++ Erdmöbel Der Club der senkrecht Begrabenen Das Jenseits klang vermutlich nie so bonbonbunt. Und brannte je so dringlich. Die Kölner Band Erdmö- bel liefert auf ihrem neuen Album „Kung Fu Fighting“ die ganze Pa- lette ab. Voll auf die Rübe – aber in Rosa. Teufelskerle! Man kann eigentlich kaum anders. Augenbraue hoch, schmunzeln, mitwippen. Seit etwa zwanzig Jah- reneinefastüblicheBegleiterschei- nung beim Hören von Erdmöbel. Eine der wohl eingängigsten wie ei- genwilligsten Popbands der Repub- lik. Immer leicht übergeschnappt. Herzergreifend knapp am großen Durchbruch vorbei. Dafür gibt’s gute Gründe. Zum Beispiel der Name: ein DDR-Ausdruck für Sarg. Der Look: leichtgenervter Büroheini auf Prozac. Und natürlich die Texte: Freie Assoziationen und Beobach- tungen, in deren Verlauf schon mal sperrige Wortungetüme wie „Hygi- enemuseum“, „Nordrhein-Westfa- len“ oder „Wasserschluckhusten“ als Melodie ihren Platz finden. Nie steht die Metaphorik der musikali- schen Kiste im Weg. Thomas Pyn- chon trifft hier Burt Bacharach trifft TRIO. Wer Schwersinn oder eine Message wittert, sucht vergeblich. Die Songs ergreifen unmittelbar. Smarte Stimmungsbilder. Ganz ohne Geigenteppich.Vom Zuspruch her, gelang das den Erdmöbeln mit ihrem letzten Album „Krokus“ am besten. Nun ist der Nachfolger da. Und nimmt die Messlatte souve- rän: Die leichtfüßige Melancholie der letzten Jahre wird förmlich auf die Spitze getrieben. Im Video zum Titelsong knutscht ein Pärchen Zei- len wie „Was in Erinnerung bleibt/ Ist der Parkplatz, die Dämmerung/ Ist „Kung Fu Fighting“ als Klingel- ton“ frontal nieder. Dreieinhalb Mi- nuten lang! Geht’s schöner? Klar, und garstig zugleich. „Atomangriff, Atomangriff“, kräht Sänger Markus Berges im treibenden „Club der senkrecht Begrabenen“. Und stellt sich selbigem mit Rosenmehl und Champagner entgegen. Respekt! Am 1. November im Sudhaus Tübin- gen. Foto:MatthiasSandmann

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